Der Marshmallow-Test

In den 1960er Jahren wurde von dem Psychologen Walter Mischel der Marshmallow-Test durchgeführt. Die Studie hatte zum Inhalt, dass vierjährige Kinder vor eine Selbstbeherrschungsaufgabe gestellt wurden. Es sollte überprüft werden, ob die Kinder zum sogenannten Belohnungsaufschub (engl.: Delay of Gratification) fähig sind. Die Kinder wurden vor die Wahl gestellt, entweder einen Marshmallow sofort zu bekommen oder aber, wenn sie ca. 15–20 Minuten bis zur Rückkehr des Versuchsleiters in den Versuchsraum aushalten würden, zur Belohnung zusätzlich einen zweiten Marshmallow zu erhalten.

Was zeigt uns dieses Experiment?

Das Belohnungsaufschubs-Paradigma

In den Jahren 1968 bis 1974 führte er mit etwa vier Jahre alten Kindern aus der Vorschule des Stanford Campus Experimente zum Belohnungsaufschub durch. In Einzelsitzungen wurde den Kindern ein begehrtes Objekt vor Augen geführt, beispielsweise ein Marshmallow (in Varianten des Experiments wurden u.a. Kekse, Salzgebäck, oder Pokerchips aus Plastik verwendet). Der Versuchsleiter teilte dem jeweiligen Kind mit, dass er für einige Zeit den Raum verlassen würde, und verdeutlichte ihm, dass es ihn durch Betätigen einer Glocke zurückrufen konnte und dann einen Marshmallow erhalten würde. Würde es aber warten, bis der Versuchsleiter von selbst zurückkehrte, würde es gleich 2 Marshmallows erhalten. Hatte das Kind die Glocke nicht betätigt, kehrte der Versuchsleiter gewöhnlich nach 15 Minuten zurück.[1]

Die durchschnittlichen Wartezeiten der Kinder betrugen in verschiedenen Abwandlungen des Experiments ca. 6-10 Minuten, wobei die Wartezeiten aber sehr stark streuten. Mischel fand in Nachbeobachtungsstudien in den Jahren 1980-1981, dass je länger die Kinder im ursprünglichen Experiment gewartet hatten, sie als Heranwachsende als desto kompetenter in schulischen und sozialen Bereichen beschrieben wurden, besser mit Frustration und Stress umgehen und Versuchungen widerstehen konnten, und auch eine tendenziell höhere schulische Leistungsfähigkeit zeigten.

Quelle: Wikipedia.orgYouTube.com