Rückblick DMX Austria 2013, Wien

Enttäuschend! Dieses Eigenschaftswort bringt es wahrscheinlich am besten auf den Punkt. Was ist da bloß passiert bei der Organisation dieser Veranstaltung? Wenn ich auf eine Fachmesse für digitales Marketing gehe, dann erwarte ich mir Innovationen, Branchentrends und Zukunftsszenarien.

Das Format der DMX ist ja eigentlich logisch und gut aufgebaut. An zwei Tagen gibt es nahezu pausenlos Vorträge die digitale Welt betreffend. Wer das nicht will, kann sich im Expo-Bereich mit Herstellern und Anbietern von Software und Dienstleistungen unterhalten und sein persönliches Netzwerk erweitern oder Probleme besprechen. Zudem gibt es auch Workshops in denen Themen vertieft behandelt werden.

Was ist mit der digitalen Kommunikationsbranche los?

Meine letzten zwei Besuche der DMX waren eigentlich recht informativ und richtungsweisend. Ein bunter Mix aus SEO-Trends, E-Mail-Marketing, digitale Marketingkampagnen oder auch das Thema des Mobile-Marketing wurde geboten. Natürlich kam in gewisser Weise die Eigenwerbung in den Vorträgen nicht zu kurz. In diesem Jahr konnte die Messe aber in keiner Weise meine Ansprüche erfüllen. Nicht nur, dass die Vorträge gespickt voll waren mit Eigenwerbung und Selbstlob. Hinzu kommt, dass die Inhalte der Vorträge im weitesten Sinne, entweder als Marketing-Grundkurs zu verstehen waren oder einfach nur aus den vergangenen Jahren erneut präsentiert.

Wo bleibt da bitte die Innovation? Wo der Zukunftstrend? Ein Branche die von der zunehmend digitalen und stets vernetzten Welt ihren größten Profit zieht, stellt sich dar, als ob sie keine Ahnung davon hat, wie sie ihren Kunden ansprechen und von neuen Ideen beeindrucken soll!? Okay, ein bisschen Wind kann aus den Segeln genommen werden, die Keynotes stellten teilweise Zukunftsperspektiven dar. Aber die waren eben begrenzt. Die Enttäuschung war auch bei den Besuchern spürbar.

Soziale Netzwerk als Indiz.

Dass die Hemmschwelle in sozialen Netzwerken weitaus geringer ist, wissen wir. Aber dennoch gilt es dieses Medium als Indiz zu sehen und nicht außer Acht zu lassen. Eine Welle der Empörung war folglich auch unter dem Hashtag der DMX ( #DMX2013 ) erkennbar.

Apropos soziale Netze. Der Boom dieser ist ja nach wie vor unbeschreiblich. Wäre das eigentlich nicht die perfekte Möglichkeit für digitales Marketing? Wer allerdings nach Workshops, Vorträgen oder Unternehmen die in dieser Weise etwas anbieten auf der DMX gesucht hat, war fehl am Platz. Eine ganze Branche hinkt entweder hinterher, oder der Veranstalter versteht unter dem Format der Messe neuerdings etwas anderes.

Der Wunsch nach einer Fachmesse für digitales Marketing bzw. digitale Kommunikation ist definiert spürbar und erwünscht– aber bitte nicht in dieser Form. Oder um es in der Sprache der sozialen Netzwerke zu sagen: #fail